Nachfolge

Unternehmensnachfolgerin Katharina Hupfer im Portrait

„Nachfolge fühlt sich in dem Moment selbst herausfordernd und groß an. Macht euch auf euren ganz persönlichen Weg, gebt euch Zeit sowie Raum eure Ideen zu denken und zu fühlen. Und dann: mutig voran!“ Katharina Hupfer übernimmt 2017 die Geschäftsführung der Waschbär GmbH und setzt sich in dritter Generation für die Mission des Versandhauses ein, nämlich Wissen und Produkte zur Verfügung zu stellen, mit deren Hilfe sich Alltagshandlungen ganz einfach nachhaltiger gestalten lassen.

Waschbär zählt heute zu den größten Versandhäusern für nachhaltige Produkte im deutschsprachigen Raum und macht es sich seit seiner Gründung 1987 zur Aufgabe, unseren Planeten durch das Angebot umweltgerechter und sozial verantwortungsvoller Produkte zu schützen. Die Anfänge des Öko-Pioniers liegen im Vertrieb von umweltverträglichen Wasch- und Putzmitteln, als Gründer Leo Pröstler seine legendäre Öko-Putzkiste entwickelte. Sein Antrieb war es, Menschen ökologisches Bewusstsein im Alltag näher zu bringen. Heute umfasst das Portfolio des Online-Versandhandels neben nützlichen Alltagshelfern für den Haushalt unter anderem auch Kosmetik, Schuhe und Kleidung.

Der Auftrag ist bis heute unverändert: Und so steht die Marke Waschbär auch weiterhin für eine Wertegemeinschaft aus Kund*innen, Mitarbeitenden und Partner*innen, die sich für eine zukunftsfähige und nachhaltige Zukunft stark macht. Mit dem Ziel, dass die Waschbär-Mission auch nach seinem Ruhestand beständig fortgesetzt wird, überführte der Vorgänger Ernst Schütz die Waschbär GmbH in eine Gesellschaft mit gebundenem Vermögen. Diese neue Eigentumsform sollte es der Nachfolgerin ermöglichen, das Unternehmen weiterhin mit einem stetigen Blick auf die Werte zu leiten, ohne es zum Spekulationsgut für Investor*innen zu machen.

Vor ihrem Einstieg bei Waschbär, sammelte Katharina Hupfer erste wertvolle Erfahrungen als Produktmanagerin in einem Versandhaus für Naturtextilien, danach war sie als Senior Produkt Managerin für outdoor-inspirierte Kleidung tätig. 2006 wechselte die gelernte Diplom-Betriebswirtin schließlich zum Versandhandel Waschbär, wo sie zunächst als Einkaufsleiterin einstieg und später als Produkt- und Brandmanagerin mehr Verantwortung übernahm. Seit 2015 ist Katharina Hupfer Teil der Geschäftsleitung der Waschbär GmbH und wurde zwei Jahre später auch treuhändische Eigentümerin der Triaz Group, zu der der Versandhandel gehört.

„Dass ich eines Tages ins Unternehmertum einsteigen und Verantwortung für rund 300 Mitarbeitende übernehmen würde, hatte ich für mich gar nicht unbedingt vorgesehen“, erinnert sich die Freiburgerin. Doch nachdem Vorgänger Ernst Schütz ihr die Nachfolge des Versandhauses angeboten hatte, begab Katharina Hupfer sich auf ihre ganz persönliche Reise. Sie ging der Frage nach, was es für sie heißt, Verantwortung als Unternehmerin zu tragen. „All diesen Gedanken habe ich Raum gegeben und mich dazu mit versierten Menschen ausgetauscht, die mich unterstützen und denen ich voll vertrauen kann“, so Katharina Hupfer. Nach vielen Gesprächen und reiflicher Überlegung entschied sie, diese reizvolle Aufgabe anzunehmen und die Nachfolge anzutreten: „Diese Idee einer nachhaltigen Art des Wirtschaftens in unserer ökonomisierten Welt hat mich gereizt – dazu habe ich ja gesagt!“
Mit der Nachfolge wurde bei Waschbär ein umfänglicher Transformationsprozess in Gang gebracht, der sich durch alle Bereich des Unternehmens zieht. „Für mich ist und war es immer wichtig, den Blick für das Ganze nicht zu verlieren, Machbarkeit abzuschätzen und dann auch mutig zu sagen: Das machen wir jetzt!“. Katharina Hupfer leitete umfassende Restrukturierungsmaßnahmen ein, etwa, dass der Kundenservice ab sofort von einem Führungsteam und nicht von einer einzelnen Person geführt wird. Unter dem Motto „Verantwortung auf mehreren Schultern verteilen“ etabliert sie damit eine andere Art des Arbeitens. Mitarbeitende arbeiten, unabhängig ihrer Position und Stellung, in  Expert*innenteams zusammen und werden so befähigt, selbstverantwortlich und -organisiert zu agieren. „Heute können wir für den eigentlichen Zweck von Waschbär arbeiten, Wirtschaft gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden, Kund*innen und Partner*innen neu denken und die Zukunft kreativ gestalten“, resümiert die Geschäftsführerin zufrieden. Das zeigt sich auch entlang der Wertschöpfungskette, etwa im Einsatz von Bio-Materialien und natürlichen Rohstoffen, an der Zusammenarbeit mit der Fair Wear Foundation, dem Engagement für soziale Arbeitsbedingungen, faire Löhne und transparente Lieferketten, an einem umfangreichen und attraktiven Angebot langlebiger Produkte im Sortiment sowie diverse Ansätze zur Kompensation der CO2-Emissionen.
 
Darüber hinaus engagiert sich Waschbär als Praxispartner seit vielen Jahren für den Studiengang „Wirtschaft neu denken“ der Alanus-Hochschule, bei der gleichnamigen Stiftung Katharina Hupfer auch als Stiftungsrätin aktiv ist.

Zum Videoportrait geht es hier entlang.

Foto (c) VdU

Katharina Hupfer ist Gewinnerin in der Kategorie „externe Nachfolge“ des she succeeds awards 2023

Waschbär GmbH

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she succeeds award

Der she succeeds award, die Auszeichnung des Verbands deutscher Unternehmerinnen für die „Unternehmensnachfolgerin des Jahres“, ist der erste und einzige Preis in Deutschland, der weibliche Nachfolgeunternehmerinnen auszeichnet und sie als Vorbilder sichtbar macht. Der VdU kürt damit unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Dr. Robert Habeck außergewöhnliche Frauen, die den mutigen Schritt als familieninterne und externe Nachfolgerinnen gegangen sind. Der Preis soll Unternehmertum auch in der Nachfolge als eine interessante Karriereoption herausstellen.