Für die deutschen Unternehmerinnen im VdU ist es seit über sechzig Jahren Satzungsziel: Die Verwirklichung der gleichberechtigten wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen. Engagiert werben die Unternehmerinnen des VdU seit Jahrzehnten für mehr Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft, für mehr Frauen in Hochlohnbranchen und in MINT-Berufen, für eine bessere Vereinbarkeit und für die Förderung der Frauenerwerbstätigkeit. All diese Ziele sind den Unternehmerinnen Herzens­anliegen – und zwar sowohl in ihrer wirtschaftspolitischen Interessenvertretung in Deutschland als auch in ihren zahlreichen Kontakten und Vernetzungen auf internationaler Ebene.  

Kein Wunder also, dass der VdU ohne Zögern zusagte, als er von der Bundesregierung gebeten wurde, Deutschland als Wirtschaftsverband im Rahmen eines der wichtigsten internationalen Zusammen­schlüsse zu vertreten: Die Rede ist von der Gruppe der G20, in der sich die wirtschaftlich stärksten Staaten in jährlichen Treffen über ihre Fiskal- und Finanzpolitik abstimmen. Unter wechselnder Präsidentschaft kommen nicht nur die Staats- und Regierungschefs zusammen, sondern auch Minister und Regierungsbeamte der verschiedenen Ressorts. Begleitet und kritisch unterstützt werden die G20-Beratungen durch sogenannte zivilgesellschaftliche Dialoggruppen, unter denen Business20 für die Wirtschaftsverbände und Labour20 für die gewerkschaftliche Seite die wichtigsten sind. Daneben sind mit Think20, Civil20 und Youth20 weitere ökonomisch relevante gesellschaftliche Bereiche einbezogen. 

2014 haben die G20-Staaten endlich auch die Frauen und ihr ökonomisches Potential in den Fokus gerückt: Auf dem Gipfel im australischen Brisbane wurde zum einen das Ziel festgeschrieben, die Erwerbs­lücke zwischen Frauen und Männern bis zum Jahr 2025 um ein Viertel zu verringern (im politischen Schlagwort: 25 by 25). Zum anderen wurde der zivilgesellschaftliche Dialog der Women20 ins Leben gerufen, der sich ausdrücklich der wirtschaftlichen Stärkung von Frauen widmet.  

In diesem internationalen Austausch waren die Unternehmerinnen des VdU als Vertreterinnen der deutschen Wirtschaft von Anfang an dabei. Zum ersten Mal trafen sich Frauenverbände aus den G20-Staaten 2015 zum W20-Gipfel unter der türkischen Präsidentschaft, zum zweiten Mal im vergangenen Jahr in China, wo VdU-Geschäftsführerin Claudia Große-Leege als deutsche Vertreterin den Staffelstab für 2017 übernahm, um den Dialog unter deutschem G20-Vorsitz fortzusetzen.

Women20 Germany ist ein Kooperationsprojekt des Verbandes deutscher Unternehmerinnen und des Deutschen Frauenrats, die gemeinsam von der Bundesregierung mit der Leitung dieses zivilgesellschaftlichen Dialogprozesses beauftragt wurden. Gefördert durch das Bundesfamilienministerium und unterstützt durch das Auswärtige Amt sowie weitere Partner ist seit September vergangenen Jahres ein engagiertes W20-Team am Start, das die Durchführung des internationalen Dialogs und die Organisation des abschließenden Women20-Gipfels sicherstellt.

Wir sind mit großen Erwartungen gestartet: Unser Ziel ist es, die wirtschaftliche Stärkung von Frauen als Querschnittsthema in der G20-Agenda zu verankern. Aus unternehmerischer Sicht wird es vor allem darauf ankommen, das Potential von Frauen in der Wirtschaft zu heben: Als Beschäftigte, als Managerin, als Unternehmerin, als Gründerin. Dies ist nach unserer Überzeugung eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben der G20.

Um dies zu erreichen, wird die Women20 zu den Schwerpunktthemen Förderung der Erwerbsbeteiligung, Stärkung unternehmerisch tätiger Frauen und digitale Inklusion konkrete Empfehlungen an die G20 gemeinsam mit ihren internationalen Partnerinnen im W20-Dialogprozess erarbeiten. Diese Empfehlungen der Women20 sollen beim abschließenden Gipfel am 25. und 26. April 2017 in Berlin an Bundeskanzlerin Merkel übergeben werden, um in den Beratungen der G20-Regierungschefs ihren Niederschlag zu finden und so die wirtschaftliche Stärkung von Frauen als internationales Kernthema zu etablieren.  

Die Unternehmerinnen vom VdU werden alles daran setzen, dass 2017 ein besonders gutes und vor allem nachhaltig wirksames Jahr für die Frauen in der Wirtschaft wird!

Dieser Artikel ist am 08. März 2017 in "The European" erschienen. Veröffentlichung mit Genehmigung der Redaktion.