Die Fotos des Women20-Gipfels sind um die Welt gegangen: Bundeskanzlerin Merkel zwischen Königin Maxima aus den Niederlanden und Ivanka Trump, First Daughter der USA – eingerahmt von den beiden Gastgeberinnen dieses hochkarätigen Treffens, VdU-Präsidentin Stephanie Bschorr und der Vorsitzenden des Deutschen Frauenrates, Mona Küppers.

Die überragende Aufmerksamkeit für den diesjährigen Women20-Dialog übertraf alle Erwartungen. Mit über 450 Teilnehmerinnen aus aller Welt und rund 400 akkreditierten Journalisten fand ein intensiver und engagierter Dialogprozess in einem dreitägigen internationalen Kongress seinen erfolgreichen Abschluss.

Erster Höhepunkt des reichhaltigen und informativen Gipfelprogramms war das Diskussionsforum mit Königin Maxima, der Bundeskanzlerin und Ivanka Trump. Gemeinsam mit weiteren prominenten Vertreterinnen aus Politik und Wirtschaft wie IWF-Chefin Christine Lagarde, der Vizepräsidentin der Bank of America und der Unternehmerin Nicola Leibinger-Kammüller diskutierten die Panelteilnehmerinnen über die Stärkung des weiblichen Unternehmertums. In der ebenso abwechslungsreichen wie konstruktiven Gesprächsrunde fand vor allem die Idee eines speziellen Fonds für Unternehmerinnen aus Schwellen- und Entwicklungsländern einhellige Unterstützung.

Die Bundeskanzlerin dokumentierte ihre hohe Wertschätzung für die Women20-Themen nicht allein durch ihre Mitwirkung bei diesem Spitzenpanel. Sie engagierte sich zugleich als Keynote-Speakerin beim festlichen Dinner, das die Deutsche Bank als Partner der Women20 für die internationalen Delegierten und ihre Gästen ausrichtete.

Über 100 Delegierte aus den G20-Staaten hatten zuvor ein starkes und klares W20-Kommuniqué verabschiedet, das in einem mehrwöchigen intensiven Online-Dialogprozess vorbereitet worden war. Kernpunkt dieses knappen und griffigen Dokumentes: Die G20-Staaten sollen die wirtschaftliche Stärkung von Frauen ganz oben auf ihre Agenda setzen und in allen Programmen und Prozessen sicherstellen.

Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Women20-Prozess durch eine wegweisende Initiative aus der Privatwirtschaft, die ebenfalls auf dem Women20-Gipfel vorgestellt wurde: In einer gemeinsamen Erklärung mit W20 setzen sich die führenden deutschen Corporate Women für die Förderung frauengeführter Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette ein.

Zudem zeigte sich die Bundeskanzlerin auch am Abschlusstag des W20-Gipfels als aktive Diskussionsteilnehmerin: Sie stellte sich den konkreten Fragen der Delegierten und diskutierte über die zentralen Forderungen der Women20. Abschließend nahm sie als amtierende G20-Präsidentin das Kommuniqué und die ergänzenden Handlungsempfehlungen aus den Händen von VdU-Präsidentin Stephanie Bschorr und der Vorsitzenden des Deutschen Frauenrats entgegen.  

Die Bilanz aus unternehmerischer Sicht fällt rundherum positiv aus: Das Engagement des VdU für den Women20 Dialog ist durch den Erfolg dieses Dialogprozesses bestätigt. Die politische Wahrnehmung für die VdU-Themen ist deutlich gestiegen, wie nicht zuletzt die Teilnahme des Unternehmerinnenverbandes an der deutschen Wirtschafts­delegation im Rahmen der USA-Reise von Bundesaußenminister Gabriel im Mai dieses Jahres zeigt: Die Einladung erfolgte ausdrücklich aufgrund der W20-Themen zur wirtschaftlichen Stärkung von Frauen.  

Alles begann mit einem Telefonanruf aus dem Bundeskanzleramt. Die Bundesregierung bat den VdU, gemeinsam mit dem Deutschen Frauenrat im Rahmen der G20 als Vertreterinnen der deutschen Zivilgesellschaft am allerersten Treffen der neu eingerichteten Women20-Dialoggruppe teilzunehmen.

Keine Frage, dass der VdU ohne Zögern zusagte, da die Themenstellung dieser Dialoggruppe mit Women’s Economic Empowerment geradezu auf den VdU zugeschnitten ist und der Verband zudem schon seit seinen Anfängen international vernetzt ist. Der VdU hat sich die Chance nicht entgehen lassen, in einem der wichtigsten ökonomischen Zusammenschlüsse der Welt für die wirtschaftliche Stärkung der Frauen zu wirken.

Dieser Artikel ist im VdU Magazin "Unternehmerin", Ausgabe 2017/1 erschienen.