60 Jahre Einsatz für Frauen in der Wirtschaft

Ein lebendiges Netzwerk und eine engagierte Interessenvertretung zeichnen den Verband deutscher Unternehmerinnen von Beginn an aus. Ein klares wirtschaftspolitisches Profil und konsequentes Eintreten für bessere Bedingungen für Frauen in der deutschen Wirtschaft prägen seit über sechs Jahrzehnten die Verbandsgeschichte.

Ein Netzwerk speziell für Unternehmerinnen

1954 gründete die Stahlunternehmerin Käte Ahlmann gemeinsam mit 30 gleichgesinnten Unternehmerinnen ein eigenes Netzwerk speziell für Frauen in der Wirtschaft. Unter dem Namen Vereinigung von Unternehmerinnen gewann dieses Netzwerk rasch an Mitgliedern und entwickelte sich in wenigen Jahren zu einem etablierten und international vernetzten Wirtschaftsverband.

Frauen in unternehmerischer Verantwortung wurden damals weithin unterschätzt und bestenfalls als Übergangserscheinung nach den Wirren der Kriegsjahre betrachtet. Anerkennung für die ökonomische Leistung der Unternehmerinnen durchzusetzen und ihren Beitrag zum Wohlstand in Deutschland sichtbar zu machen, war daher ein Kernziel der VdU-Gründerinnen, das den Verband bis heute leitet.

Die Anfänge unter den ersten VdU-Präsidentinnen

Acht Jahre amtierte Gründungspräsidentin Käte Ahlmann (1954-1962), als Grande Dame des deutschen Unternehmertums bekannt, die die Unternehmerinnen zielsicher mit anderen Verbänden vernetzte und Kontakte zur Politik knüpfte. Ihr wichtigstes Credo: Mehr Mädchen für Ingenieurberufe gewinnen und Aufsichtsratsplätze von den Männern einfordern.

Ebenso energisch wirkte Dr. Lily Joens (1962-1979), die den Unternehmerinnenverband siebzehn Jahre leitete und dabei manchen Strauß in der männerdominierten Wirtschaftswelt auszufechten hatte. Ihr zentrales Anliegen: Die aktive Mitwirkung der Unternehmerinnen in den Kammervertretungen, um den Anteil der weiblichen Wirtschaft auch in den IHK-Vollversammlungen sichtbar zu machen.

Ihre Nachfolgerin im Amt der VdU-Präsidentin, Dr. Anne-Rose Iber-Schade (1979-1989), erreichte einen weiteren Meilenstein für Frauen in der deutschen Wirtschaft: Sie wurde als erste Frau in die Monopolkommission der Bundesregierung berufen, nicht zuletzt dank des entschieden marktwirtschaftlichen Kurses des Unternehmerinnenverbandes.

Ein gesamtdeutscher Unternehmerinnenverband

Unter der Ägide von VdU-Präsidentin Eugenie Burgholte-Kellermann ergriffen die Unternehmerinnen mit dem Mauerfall die Initiative und nahmen Kontakt zu unternehmerisch tätigen Frauen in den neuen Bundesländern auf. Man begegnete sich auf Augenhöhe und beschloss unmittelbar nach der Wiedervereinigung, den Verband auf gesamtdeutsche Füße zu stellen, den alten Namen abzulegen und von nun an als Verband deutscher Unternehmerinnen in ganz Deutschland zu wirken.

Lesen Sie hier die Festschrift zum sechzigsten Jubiläum des VdU.