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Wirtschaftstreff LAT

Unser Wirtschaftstreff stand diesmal ganz im Zeichen von MINT. VdU-Mitglied Larissa Zeichhardt, Gewinnerin des Next Generation Awards 2019, ist Ingenieurin und beschäftigt sich in ihrem Unternehmen in zweiter Generation mit dem Thema Mobilität. Nach Gründung einer IT Firma und Konzern Karriere, leitet Larissa Zeichhardt heute gemeinsam mit ihrer Schwester das Familienunternehmen LAT.

Vor Ort wurde es dann auch gleich sehr technisch. Wie fährt sich „schweres Gerät“? Dazu hatten alle Unternehmerinnen die Möglichkeit sich auf einem Radlader O&K L5 aus dem Jahre 1994 einweisen zu lassen und eine Runde zu drehen, bei der eine Palette gehoben und der Wassereimer auf der Palette nicht kippen durfte, was alle mit Fingerspitzengefühl meisterten.

Danach ging es in den Show-Room einem historischen S-Bahn Waggon, in dem uns Larissa Zeichhardt, die gemeinsam mit ihrer Schwester das Familienunternehmen LAT Gruppe leitet, erläuterte, welchen Beitrag die Unternehmensgruppe für eine reibungslose Mobilität im ÖPNV leistet. Die Elektromontagefirma stattet den ÖPNV mit Sicherheitstechnik aus und sorgt rund ums Gleis für die analoge und digitale Infrastruktur. Als Nachfolgerin schafft Larissa Zeichhardt den Spagat zwischen Traditionsliebe und Fortschrittseuphorie: Mittlerweile ist die LAT-Verwaltung papierlos, die Poliere nutzen digitale Klemmbretter, Bauleiter*innen eine Baustellen-App. Und ihre Ideen gehen weiter, sie will Arbeitsschritte auf der Baustelle vereinfachen und für alle Mitarbeiter*innen sicherer machen. Eine Herausforderung in diesem Zusammenhang ist es, den Roboter „Hund Spot“ z.B. für die Kabelortung technisch so auszustatten, dass er sich im Gleisbett auf unebenem Schottergrund sicher bewegen, arbeiten und vor allem im Ernstfall rechtzeitig das Gleisbett verlassen kann. Hierzu arbeitet sie im Rahmen des Forschungsprojektes „SchaufelnPlus“ mit der Berliner Hochschule für Technik ab Juni 2022 zusammen. 

In der LAT Gruppe sind insgesamt ca. 130 Mitarbeiter*innen beschäftigt und Larissa Zeichhardt hat es geschafft, zumindest in der Führung (erste drei Führungsebenen) den Anteil der Frauen auf 53 Prozent zu erhöhen. Wie sie ausführte, ist es deutlich schwieriger auf der Baustelle. Noch immer gibt es zu wenige Frauen, die sich melden, auch wenn das Arbeiten mittlerweile von starken Arbeitsgeräten unterstützt wird. 

Das Thema New Work für sie nicht nur ein Thema im eigenen Unternehmen, sondern auch als Co-Autorin des Buches „Zukunftsrepublik“. All diese Aspekte trugen dazu bei, dass die Unternehmerinnen wieder viele Erfahrungen austauschen und diskutieren konnten.

Fotos: Ines Huber