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Wir fordern ein Recht auf digitale Bildung!

Gute Bildung bedeutet Chancengerechtigkeit. Doch noch immer hängt der Bildungserfolg viel zu stark vom Elternhaus ab. Dabei ist sie eine unserer wichtigsten Ressourcen. Das Thema Bildung steht schon seit Jahren auf der Agenda der Unternehmerinnen – lesen Sie hier unsere zehn wichtigsten Forderungen.

Alle Schüler*innen müssen ein Recht auf digitale Bildung haben. Bundeseinheitliche Bildungsstandards sollten allen Heranwachsenden die gleichen Chancen bieten, die digitale Transformation erfolgreich zu bestehen und aktiv mitgestalten zu können.
Wir brauchen dringend digitale Unterrichtskonzepte, die fester Bestandteil des Unterrichts sind. Das ist nur möglich, wenn die technische Ausstattung der Schulen bedeutend verbessert wird. Computerkabinette mit gespendeten, ausgedienten PCs und Lehrkräfte, die sich in ihrer Freizeit um Hard- und Software kümmern, können nicht der Weg in die Zukunft sein.
Doch schon jetzt mangelt es nicht nur an der Ausstattung der Schulen, sondern auch an Personal. Neben der Qualifizierung von Quereinsteiger*innen und Anerkennung ausländischer Qualifikationen sollte der Numerus clausus für die Zulassung zum Lehramtsstudium abgeschafft werden. Dabei darf nicht das Niveau der Ausbildung abgesenkt werden, jedoch ist eine höhere Flexibilität nötig: Praktische Anteile müssen von Beginn an mit dem Studium verzahnt werden, und insbesondere für Gymnasiallehrer*innen und Quereinsteiger*innen muss Pädagogik eine gewichtigere Rolle in der Aus- beziehungsweise Weiterbildung spielen.
Auch die Lehrinhalte bedürfen einer dringenden Reformierung: Ökonomische Bildung macht uns zu mündigen Bürger*innen, Unternehmer*innengeist an Schulen regt zu Selbstständigkeit an und ermutigt zum Unternehmer*innentum. Da die MINT-Fächer der innovative Motor unserer Wirtschaft sind, müssen wir weiter alles daran setzen, Kinder schon ab der Kita für diese Fächer zu begeistern, um später eine Berufs- und Studienwahl zu ermöglichen, die nicht von Geschlechterklischees eingeschränkt wird. Nur wenn alle jungen Menschen ihre Fähigkeiten bestmöglich einsetzen können, bleiben wir wettbewerbsfähig.
Die Coronakrise hat die Probleme im Bildungssystem nur offensichtlich werden lassen. Es ist höchste Zeit, dass wir gegensteuern. Die Zukunft unserer Wirtschaft hängt von der Zukunft unserer Kinder ab.

Deshalb fordern wir:

  • Mädchen in MINT-Berufen fördern
  • Bildungsstandards vereinheitlichen
  • Entwicklung digitaler Unterrichtskonzepte und diese fest in den Unterricht integrieren
  • ausreichende Ausstattung der Schulen und Schüler*innen für den digitalen Unterricht
  • IT-Expert*innen, die für Hardware und Software in der Schule zuständig sind
  • digitale Kompetenzen bei Lehrern*innen und Schüler*innen stärken
  • ökonomische Grundkompetenz in Schulen verpflichtend vermitteln und in der Ausbildung fördern
  • Zugang zum Lehramtsstudium reformieren
  • pädagogische Ausbildung der Lehramtsstudent*innen für Gymnasien erhöhen
  • MINT-Schwerpunkte und digitale Kompetenzen schon von der Kita an vermitteln

Unsere Forderungen wurde erstmals in der UNTERNEHMERIN (2020/2) veröffentlicht.