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Weibliche Unternehmensnachfolge durch Role Models stärken!

Manfred Müller, Angelika Thaler-Jung, Dr. Marie-Theres Thiell, Frederike Strate, Simone Strate, Berthold Schröder, Gerlind Rehkopf (von links)

In der Podiumsdiskussion über weibliche Unternehmensnachfolge tauschten sich unter der Moderation von Vorstandsmitglied Dr. Marie-Theres Thiell die Landesverbandsvorsitzende Angelika Thaler-Jung, Simone und Frederike Strate und Bertholt Schröder, Präsident des westdeutschen Handwerkskammertages sowie der Handwerkskammer Dortmund, aus.

VdU und Westfalen e.V. trafen sich in der Brauerei Strate in Detmold, wo „Bierbrauen Frauensache ist“. Der Diskussion, waren die Teilnehmer und Zuhörer digital zugeschaltet. „Frauen schaffen das, Frauen können das“ bilanzierte Manfred Müller, Vorstand des Westfalen e. V., der live aus der Strate Brauerei gesendet wurde.

„38.000 Unternehmen stehen in 2022 zur Übernahme bereit“, so Angelika Thaler-Jung. „Es ist unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass Frauen eine Nachfolge oder Betriebsübernahme als wichtige Karriereoption überhaupt erkennen. Darüber müssen wir bereits in den Schulen mehr aufklären, Role Models stellen und viel über weibliche Vorbilder reden. Auch darüber, dass ‚Unternehmerin sein‘ gut mit der Familienplanung zusammenpasst. Nirgendwo kann sich ‚Frau‘ die Arbeitszeiten so gut einteilen, wie in der eigenen Firma. Eine Unternehmensnachfolge anzutreten ist teurer, aber der Betrieb läuft eben schon, weil alle wichtigen Abteilungen und Strukturen bereits vorhanden sind und man sich auf das eigene Know-how konzentrieren kann. Ein großer Vorteil, da die notwendigen Handlungsfelder oder Abteilungen um das eigentliche Business herum bei Neugründungen leider aufwändig sind“, so Thaler-Jung.

Das bestätigten auch Simone und Frederike Strate, die eine erfolgreiche Nachfolge bereits lange hinter sich haben. Laut Simone Strate ist es ratsam, Bewährtes weiterzuführen, um Gewinne und Arbeitsplätze zu sichern, dabei aber immer die Augen auf den Markt zu richten, um Produkte anzupassen, da sich Märkte und Zeiten ändern.

Die IHKs und Handwerkskammern führen Listen, welche Betriebe einen Nachfolger suchen. Der VdU hat für Nachfolgerinnen eine Nachfolgeakademie gegründet, die Wissen in allen Unternehmensbereichen vermittelt. Außerdem werden regelmäßig zweitägige Nachfolgekonferenzen veranstaltet. Vom VdU sowie der IHK werden Mentor*innen für Nachfolgerinnen angeboten. „Somit gibt es genügend Hilfen – und wer Fragen stellt erhält auch Antworten“, so Dr. Marie-Theres Thiell, die die Podiumsdiskussion organisierte.  

„Auch das Handwerk rüstet sich auf weibliche Nachfolge aus“, so Präsident Berthold Schröder. „Wo früher Muskelkraft notwendig war, stehen heute IT und Maschinen als Hilfen bereit. Außerdem müsste man Handwerk – riechen – schmecken – fühlen“, resümierte Schröder.

Zum Ende der Podiumsdiskussion gab Angelika Thaler-Jung einen Ausblick auf das, was nach einer erfolgreichen Übernahme folgen kann – nämlich ein wunderbarer Preis. Denn der VdU prämiert jedes Jahr mit dem „she succeeds – mehr weibliche Nachfolge“-Award, gelungene Unternehmensnachfolgen in den drei Bereichen: Übernahme innerhalb der Familie, externe Übernahme und den Preis für den oder die Wegbereiter*in,  also den*die die Unternehmer*in, die erfolgreich übergeben hat.

 

Westfalen e. V.

Westfalen e. V. engagiert sich auf dem Gebiet von Westfalen und Lippe. Dazu gehören Ostwestfalen-Lippe, Südwestfalen, das Münsterland, das westfälische Ruhrgebiet und die gesamten Regierungsbezirke Arnsberg, Detmold und Münster. Der Verein will Klammer sein, um die Kräfte in Westfalen zu bündeln, zu koordinieren und zu repräsentieren, die Vielfalt der Region sichtbar machen, das Bewusstsein für die Region stärken sowie gute Ideen westfalenweit verbreiten.