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Vor den bayerischen Kommunalwahlen: Politisches Gespräch mit Kristina Frank

Kristina Frank, CSU-Oberbürgermeister-Kandidatin für die Landeshauptstadt München, tritt gegen den seit 2014 regierenden Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) an. Im Vorfeld der bayerischen Kommunalwahlen lud der VdU-Landesverband Bayern-Süd zum politischen Gespräch ein.

VdU-Landesverband Bayern-Süd vor den bayerischen Kommunalwahlen: Sie kam, sah und ...

Bei der Einschätzung ihrer aktuellen Stimmungslage zur Situation in der Landeshauptstadt sind Unternehmerinnen und die Oberbürgermeister-Kandidatin der CSU auf einer Linie: einst wurde München liebevoll als „Weltstadt mit Herz“ bezeichnet, heute ist unsere Stadt gefühlt eine Dauerbaustelle. Mehr denn je geben Stress und Hektik in den vergangenen Jahren den Takt in der Stadt an, die sich doch eigentlich über ihre Gelassenheit und ein „Stück Herzlichkeit“ definiert. Die „Weltstadt auf dem Weg zum Herzinfarkt“ mutet ihren Bürger*innen viel zu viel zu, so die Kommunalreferentin Kristina Frank, die sich anschickt den amtierenden Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bei den bevorstehenden Kommunalwahlen im März zu entmachten. Die CSUlerin hat sich viel vorgenommen, um die Herausforderungen im Wahlkampf gegen den jetzigen SPD-Kandidaten anzunehmen. Ihr beruflicher Werdegang lässt an ihrer Kompetenz keinen Zweifel aufkommen – Frau Frank ist in vielen Bereichen sattelfest. Den bewusst sperrigen Slogan „Wieder München werden“ hat sie sich auf die Fahne geschrieben, denn „wir müssen mit unserer Wortwahl wieder auf den Boden kommen“.

Die Ausarbeitung der Münchner DNA ist ihr ein großes Anliegen. Klare Ansage beim Thema Mobilität. Hier soll an alle gedacht werden, Anreize statt Verbote und den Verkehr „zum Fließen“ bringen, um derzeitige Spannungen mit dementsprechenden Maßnahmen und Offensiven attraktiver, komfortabler und günstiger zu gestalten. Achtsam und mutiger müssen existenziell wichtige Investitionen im Wohnungs- und Schulbau gefördert und ausgeführt werden, die derzeitige - nach den Worten von Frau Frank „08/15 Architektur“ – sollte in Frage gestellt werden. Nicht zu vergessen: die wachsende schlechte Stimmung bei Vermieter*innen und Mieter*innen auf dem Wohnungsmarkt, denn diese muss stark abgebaut werden. Die Erarbeitung von Konzepten für Kunst und Kultur und viele weitere Topics wurden angesprochen und diskutiert. Eines war klar: wir alle wollen (wieder) „City Life Balance“ leben und das typische Münchner Lebensgefühl spüren. Und – München ist zwar unbestritten als Standort für Unternehmen attraktiv. Aber – auch das ist gesetzt: München ist auch wegen seiner Unternehmen attraktiv. Diese Wechselwirkung sollte sich auch beim Dauerthema Steuerpolitik widerspiegeln. Wo bleibt die Unterstützung für uns Unternehmerinnen? Die hohen Abgaben sind eine stetige, extrem große Belastung für uns alle. Und mit dieser Forderung auch verbunden ist die immens hohe Bürokratie, mit der wir uns täglich auseinandersetzen müssen.

Wir bedanken uns bei Kristina Frank für dieses offene und sympathische Gespräch. Spezieller Dank geht erneut an unsere Gastgeberin des Abends und VdU-Mitglied Brigitte Meier für die Bewirtung in ihrer „GamsBar“. 

Fotos: Tanja Hust

Text: Yvonne Molek