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Verband deutscher Unternehmerinnen zu Gast bei Sanacorp

Am 26. Februar besuchten 20 VdU-Unternehmerinnen den Sanacorp-Pharmahandel in Düsseldorf. Sie erfuhren, wie ein Grossist im Apothekenbereich arbeitet – und diskutierten, welche Erklärungen es für Lieferengpässe bei Arzneimitteln gibt.

Die Sanacorp Pharmahandel GmbH ist mit rund 3.000 Mitarbeiter*innen und 4,6 Milliarden Euro Umsatz (2018) einer der bedeutendsten pharmazeutischen Großhändler Deutschlands. Details erfuhren die VdU-Mitglieder bei einem kurzen Frühstück. Hauptsitz ist Planegg bei München; bundesweit gibt es 17 Niederlassungen, von denen aus Apotheken beliefert werden. Peter Holtbrügge, Betriebsleiter Düsseldorf bei Sanacorp, und Christoph Broß, Vertriebsleiter Düsseldorf, berichteten über Sanacorp und stellten das System des Apothekengroßhandels vor – inklusive Besichtigung des Standorts.

Lieferengpässen – ein vielschichtiges Problem

Zusammen mit Frank Kordas, Bereichsleiter Strategischer Einkauf und Lieferkettenmanagement bei Sanacorp, Planegg, diskutierten die Unternehmerinnen anschließend mögliche Ursachen von Lieferengpässen.

Wie die Corona-Krise erneut gezeigt hat, werden viele relevante Wirkstoffe außerhalb der Europäischen Union produziert. Fällt ein Zulieferer aus, etwa durch Quarantänemaßnahmen oder durch Probleme mit der Qualität, betrifft dies gleich mehrere Hersteller von Arzneimitteln, die Deutschlands Apotheken beliefern. Ein freiwilliges Register am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) brachte bisher keine Lösung.

Jetzt werden mehrere Maßnahmen diskutiert: Brauchen wir ein verpflichtendes Register für nicht verfügbare Medikamente? Sind Mindestreserven bei wichtigen Pharmaka erforderlich? Oder sollten größte Teile der Produktion wieder nach Deutschland verlagert werden?

Text: Nadine Freialdenhoven