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VdU-Nordbaden: Jahresauftakt 2020

Das neue Jahr steht da, wie eine Hochzeitstorte, die endlich angeschnitten werden muss. Zeit für unser erstes Treffen. Die Landesverbandsvorsitzende hat in das Szene-Lokal C Five geladen, ein ehemaliges Waffen-Arsenal des 18. Jahrhunderts aus Zeiten des Kurfürsten Karl Theodor, im Quadrat C5 dem Stadtkern von Mannheim und, wie wir später hören werden, genau in der Mitte Europas gelegen.

Gegen 19 Uhr treffen die Gäste nach einem Besuch bei dem Newcomer-Modelabel Klaudia Karamadi in der Textilerei, beschwingt und gut gelaunt im Mittelpunkt Europas ein. Am Empfang quittieren Namen aus Politik, Wirtschaft und Kultur ihre Anwesenheit. Christiane Ram - Wirtschaftsförderung Mannheim, Katrin Kolbe - Deutsche Bank, Prof. Nicole Marmé - Stadträtin Heidelberg, Martina Herrdegen - Stadträtin Mannheim und Botschafterin für die weltweit beliebte Spezialität "Mannemer Dreck", Verena Eisenlohr - Kunsthalle Mannheim, Ariana Nero - Buchautorin: Die Liste ist lang und illustre, bestehend aus Mitgliedern, Interessentinnen und Gästen, die sich, wie das lebhafte Stimmengewirr beim Fingerfood-Empfang zeigt, von der ersten Minute an viel zu sagen haben.

Jemand greift zum Mikrofon und bittet zu Tisch. Der Gastraum ist bis auf den letzten Platz belegt. Direkt vor der Bar ist noch ein zusätzlicher „Katzentisch“ aufgebaut. Durch eine Art „natürliche Auslese“ wird er von Jungunternehmerinnen aus der Kommunikationsbranche, Werbung und Marketing besetzt. Das Menü wird serviert und beim Essen lebhaft gemeinsame Themen auf den Tisch gebracht.

Nein, wirklich? Die Tischnachbarin ist also auch per Zufallsauswahl zum dritten Mal in Folge, vom Statistischen Landesamt zur Strukturerhebung „verdonnert“ worden. Das ist so nervig und zeitaufwendig; als hätten wir Unternehmerinnen nichts anderes zu tun.

Die „Katzen“ fletschen die Zähne; kaum sind die Krallen wieder eingezogen, ist schon das nächste Thema ein „gefundenes Fressen“. Endlich hat mal jemand echtes Verständnis für das Problem lasche Gesellschafter zu haben, die nicht am gleichen Strang ziehen. Netzwerke werden empfohlen, Kontakte ausgetauscht. Auch an den anderen Tischen geht der Gesprächsstoff nicht aus. 

Konversation zwischen Frauen ist von außen betrachtet oftmals skurril; hat sie das wirklich so gemeint, wie gesagt. Häufig stellen Männer die Verständnisfrage; aber unter Frauen scheint es dieses Fragezeichen in der Luft nicht zu geben. Im weiblichen Erfahrungsschatz gibt es Gemeinsamkeiten, die automatisch verbinden. „Der Typ is‘ so used,“ sagt sie zu ihr, mit Blick auf einen nicht mehr ganz so frisch gebackenen Junggesellen, „den schnapp‘ ich mir.“ Männer würden sich wundern, Frauen verstehen, wie das gemeint ist - und diese kecke Bemerkung könnte auch auf Mannheim passen. Vorausgesetzt, Mannheim wäre männlich, was die Quadrate irgendwie nahe legen und durch ein Zitat aus der MERIAN Chefredaktion untermalt wird: „Purer Pomp ist nicht Stil dieser Stadt. Ihre Sehenswürdigkeiten sind nicht nur schön, sie haben auch einen Sinn!“.

Christiane Ram ist da ähnlicher Meinung und hält nach Ihrer Ansprache und dem Willkommensgruß in ihrer Stadt, den MERIAN Städteführer in die Luft: „Mit dem MERIAN Mannheim, sind wir Teil einer Gruppe von Top-Destinations, wie München, New-York oder Tokio“, freut sich die Fachbereichsleiterin für Wirtschafts- und Strukturförderung.

Ja, es geschieht nicht von ungefähr, dass wir das Jahr in Mannheim beginnen. Landesvorsitzende Erika Schroth ist Wahl-Heidelbergerin und outet sich, als Frau mit zwei Herzen, die in ihrem Brustkorb schlagen.
Heidelberg und Mannheim, beiden Städten fühlt sich die Schwäbin so verbunden, dass sie sich nicht entscheiden möchte und so schlägt sie kurzerhand den Bogen, indem sie alles, was ihr lieb ist, als Rhein-Neckar Metropolregion zusammenfasst und von hier aus das Augenmerk auf den Verbandsdistrikt Nordbaden lenkt.

Am Whiteboard zeigt sie den Anteil Badens am Land Baden-Württemberg und wie sich dieser wiederum in Südbaden und Nordbaden unterteilt.

Die enge Verbundenheit der Verbände Nord und Süd, spiegelt sich in der Doppelspitze des Landesverbandes Baden und dem hochkarätigem Jahresprogramm, welches nun vorgestellt wird. Im Distrikt Nordbaden mit Deutschlands IT-Hauptstadt Karlsruhe, der mondänen Bäderstadt Baden-Baden, den Städten Mannheim, Heidelberg, Schwetzingen und Bruchsal erwähnt sie Veranstaltungsorte im Programm; aber auch unsere Mitglieder aus der Goldstadt Pforzheim und dem Neckar-Odenwald-Kreis und Mosbach, werden gewürdigt und zu reger Verbandsarbeit aufgefordert.

Doch damit nicht genug, Landesverbandsvorsitzende Schroth, kündigt die anstehende Wahl der Regional-Leitung Rhein-Neckar an, stellt das Regional-Team Rhein-Neckar vor und fordert ganz klar, dass diesem Team die Aufgabe zukommt im Laufe des Jahres die neue Regionalleitung, entweder aus den eigenen Reihen oder als Rekrut, zu stellen.

Cristina Gräf macht noch einmal Werbung für den Stammtisch an jedem dritten Donnerstag im Monat. „Es ist eine Bereicherung für uns alle, Sie müssen nur kommen!“ Irgendwie logisch, aber jede, die nach einem heftigen Arbeitstag mal den inneren Schweinehund getroffen hat, weiß, dass die Aufforderung nicht ganz unnötig ist. 

Viel zu schnell ist der Abend zu Ende. Doch es ist Mittwoch und am nächsten Tag, wollen alle wieder ihren Geschäften nachgehen. Umso dankbarer sind wir, über die rege Teilnahme an unserer Auftaktveranstaltung.
Das Verbandsleben schöpft seine Kraft aus dem Engagement seiner einzelnen Mitglieder und ist dann doch als „Ganzes, mehr als die Summe seiner Teile.“ Gemäß dem Motto: Zusammen stark, wünschen wir allen unseren Mitgliedern, Interessentinnen und Gästen ein erfolgreiches Geschäftsjahr und viele spannende Momente im Verband. 

Gute Unternehmungen
Ihr Regionalteam Rhein-Neckar

Fotos: Susanne Lencinas