| Pressemitteilungen & Statements | Wirtschaft Zurück

Unternehmerinnen erwarten von einer Fortschrittskoalition nun echten Fortschritt

Die Unternehmerinnen des VdU begrüßen die im Sondierungspapier genannten Ziele zur gleichen Teilhabe von Frauen und Männern am Erwerbsleben, für mehr Frauen in Führungspositionen, eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie eine Verringerung von Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern. Von einer Fortschrittskoalition erwarten wir nun genau das: Echten Fortschritt.

Denn die Verwirklichung von Geschlechtergerechtigkeit ist die Voraussetzung für gesellschaftlichen Fortschritt und für nachhaltiges Wachstum. Dafür braucht es endlich wirksame Maßnahmen, wie wir sie als Berliner Erklärung benannt haben.

Maßnahmen sind aber vor allem in folgenden Bereichen wichtig:

  • Verbesserung der Zugangsmöglichkeiten zu Kapital für frauengeführte Start-ups und Unternehmen in der Gründungs- und Wachstumsphase durch eine Mindestquote von 30 Prozent für die leitenden Positionen im Investment-Team öffentlicher Venture Capital-Gesellschaften, sodass öffentliche Investoren ihrer Vorbildfunktion gerecht werden sowie ein separater staatlicher Fonds für Gründerinnen und eine Gründerinnenquote bei staatlichen Fördermitteln. Der separate staatliche Fonds sollte in Form eines Evergreen-Fonds ohne feste Laufzeit ausgestaltet sein und sich speziell an Gründerinnen richten, indem er sich stärker an langfristiger Profitabilität sowie sozialem Mehrwert orientiert

  • Reformierung des Steuersystems durch Einführung einer zeitgemäßen Besteuerung: Abschaffung der Lohnsteuerklassen 3/5 und zugleich Stärkung des Faktorverfahrens bei 4/4

  • die Einführung der steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten

  • die Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung des/r Ehepartner*in in der Krankenkasse

  • die Deckelung von Sozialversicherungsbeiträgen; die Sozialversicherungsbeiträge dürfen keinesfalls die 40 Prozent-Marke überschreiten

  • Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder bis 2025 umsetzen. Insgesamt muss der flächendeckende Ausbau der Ganztagsschulen und -betreuung beschleunigen sowie der Kita-Betreuung auch in den Randzeiten

  • Bei der Elterngeldregelung sollten wirksame Anreize für eine faire 50:50 Teilung der bezahlten Elternzeiten zwischen den Partner*innen geschaffen werden.

  • Zudem müssen für Selbstständige und Freiberuflerinnen der Zugang zum Mutterschutz verbessert und das Elterngeld angepasst und vereinfacht werden.