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Sommer der Begegnungen VI – Zu Gast auf Schloss Gottorf

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Veranstaltung auf Schloss Gottorf, einem der bedeutendsten profanen Bauwerke Schleswig-Holsteins und seit 1948 Sitz der Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen, war rundum interessant, beeindruckend, locker und entspannt zugleich.

Wenn es drei Menschen gibt, die ihre Berufe mit viel Liebe und Leidenschaft ausfüllen, dann sind es Sabine Rucks, Leiterin der Finanzen, Dr. Ingo Borges, Fachbereich Gemälde/Kunststiftung sowie Anne-Christine Henningsen, Leitende Restauratorin. 

Wie sich die Landesmuseen finanzieren, wie die Welt einer Stiftung aussieht, was die größten Kostenblöcke sind oder auch die Umsetzung des Masterplans, der die Modernisierung der Museumsinsel bis 2027 beinhaltet, darüber haben wir viel von Sabine Rucks erfahren – nicht in Form von trockenen Zahlen und Fakten, sondern sehr anschaulich und lebendig. 

Ingo Borges führte uns als Kurator durch die aktuelle Ausstellung „Farbrausch“. Der Berliner Christopher Lehmpfuhl ist ehemaliger Meisterschüler von Klaus Fußmann. Lempfuhl gilt als einer der prominentesten Vertreter der aktuellen Freilichtmalerei und malt seine faszinierenden Ölgemälde – ohne Pinsel – mit der bloßen Hand. Zwischen dem Kurator und dem Künstler hat sich mittlerweile eine Freundschaft entwickelt, so dass es durch die persönliche Erzählungen Borges eine sehr tiefgehende und fesselnde Führung war, die viel zum weitergehenden Verständnis beigetragen hat.

Wann hat man schon mal als „normaler Mensch“ die Gelegenheit, in die „heiligen Depots“ des Schleswig-Holsteinischen Landesmuseums zu kommen? Na, wenn man beispielsweise Mitglied im VdU Landesverband ist! Und so saßen wir dann unter dem Dach – zwischen einem kleinen Teil der großen Gemäldesammlung – und lauschten den spannenden Worten von Anne-Christine Henningsen, die nicht nur „Restauratorin mit viel Herzblut“, sondern auch eine Detektivin mit modernsten technischen Mitteln ist, wenn es darum geht herauszufinden, ob in einem Bild Embleme aus dem Dritten Reich irgendwann übermalt worden sind oder auch nicht. Oder wer das Bild wohl gemalt haben könnte, wenn keine Signatur vorhanden ist.

Darüber hinaus gab es auch noch ausreichend Gelegenheit zum Netzwerken. Da war die Unternehmerin mit einem Online-Shop für Schrauben, der ein Kontakt zu einem erfolgreichen „Schraubengeschäft vor Ort“ angeboten wurde. Oder die Elektrotechnik-Ingenieurin für ein Boot, das mit Wasserstoff betrieben wird, die wiederum nach Heusilage für eine Freundin gefragt hat – und gleich ein Angebot von einer anderen Unternehmerin am Tisch bekam. Denn es wurden nicht nur innerhalb der VdU-Mitglieder und Interessentinnen dicke Fäden gespannt, sondern auch zu Mitgliedern des Landesverbandes der Lohnunternehmer in Land- und Forstwirtschaft Schleswig-Holstein.

Reichlich Sonne und Wind, die leckeren Köstlichkeiten und Getränke aus der feinheimischen Küche des Cafés und der Brasserie OCCO mit Blick auf den wasserreichen Schlossgraben haben dem Nachmittag dann noch einen zusätzlichen funkelnden Stein auf die Krone gesetzt. 

Herzlichen Dank an das gesamte Team des Schlosses Gottorf für diese „Veranstaltung mit Goldrand“ und das Angebot, dass wir gern einmal wieder kommen dürfen. Ob nun nach Gottorf oder in eines der anderen interessanten Museen, die zu den Landesmuseen gehören.