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Führungstrainerin Marion Knaths erklärt die Grundregeln der Macht

Sie hat den Tanz um Macht und Führung in Unternehmen und Konzernen tagtäglich selbst erlebt. Marion Knaths war viele Jahre in Spitzenpositionen tätig, bevor sie sich mit ihrer Firma sheboss selbstständig machte, um die Spielregeln der männlichen Kommunikation an ihr Publikum weiterzugeben.

Auf Einladung des VdU Niedersachsen klärte die gefragte Rednerin ihre begeisterten Zuhörerinnen in einem spannenden Vortrag auf und gab praktische Tipps. „Die Regeln einer Organisation werden immer von der Führungsspitze aufgestellt. Und da sich diese vorwiegend aus Männern zusammensetzt, gelten in den meisten Unternehmen und Organisationen die Grundregeln der männlichen Kommunikation.

Wenn Sie dort erfolgreich sein wollen, müssen Sie diese Grundregeln kennen“, so Knaths. Für Aha-Effekte sorgten ihre bildlichen Beispiele der nonverbalen Kommunikation, beispielsweise zwischen Angela Merkel und den männlichen Regierungschefs dieser Welt. „Der Körper ist das wichtigste Instrument im Machtkampf.

Nehmen Sie sich mit Gesten Raum und treten Sie so souverän wie möglich auf“, rät die Kommunikationstrainerin. Wie das konkret funktioniert? In ihrem mitreißenden Vortrag schilderte die sheboss-Chefin mit viel Humor das Prinzip der „Hackordnung“, das heißt, das eher hierarchisch geprägte Gefüge männlicher Gruppen. Es ist wie mit einer Fremdsprache, sagt sie: „Wenn Sie wissen, dass Sie nun öfter mit einer Gruppe von Spaniern zu tun haben, dann lernen Sie Spanisch!“

Anschauliche Anekdoten und Ratschläge zur genderspezifischen Kommunikation inspirierten ihre Zuhörerinnen, wie zum Beispiel ihre Empfehlung, stets an die „Nummer Eins“, also den Ranghöchsten, zu adressieren, anstatt – wie für viele Frauen typisch – Verbindlichkeit und persönliche Ansprache in den Vordergrund zu stellen. Bescheidenheit und Zurückhaltung sei hier nicht gefragt. Für Heiterkeit sorgte Knaths‘ Schilderung, dass Frauen große Dienstwagen oder Büros meist ablehnen. „Das sollten Sie auf gar keinen Fall tun, denn Sie zeigen mit diesen Statussymbolen Ihre Position und werden auf diese Weise gesehen.“ Außerdem empfahl sie, dass Unternehmerinnen ihre weiblichen Mitarbeiterinnen dazu ermutigen sollten, klar zu kommunizieren und für die eigenen Belange einzutreten.

Die VdU-Mitglieder diskutierten im Anschluss lebhaft darüber, wie durchlässig die „gläserne Decke“ schon heute sei, und sie waren sich einig, dass dieser Vortrag noch lange nachwirken wird.