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Designen in China: Eine Deutsche belebt die chinesische Handwerkskunst

Mehr als 60 Mitglieder des VdU LV Bayern-Süd durften sich fernöstlich modisch und kulturell inspirieren lassen: Zu Gast aus Beijing war auf Initiative von Anne-Marie de Jonghe die gebürtige Münchener Modedesignerin Kathrin von Rechenberg mit ihrem Couture-Label RECHENBERG.

Nach einer Begrüßung durch die LV-Vorstandsdoppelspitze, Anke Voswinkel und Andrea Hiering, sowie einleitenden Worten zur Kollektion durch Ute Zimmermann präsentierte die Designerin ausgewählte Kollektionsstücke anhand der drei VdU-Models, Anna-Sophie Graf, Birgit Stockinger und Gabi Schwörer-Rogg. Kathrin von Rechenbergs Markenzeichen ist das Arbeiten mit Teeseide - einem speziell ausgerüsteten Stoff, dessen papierene, manchmal fast ledrige Anmutung ihren Kleidern eine sehr besondere Wirkung gibt. Das Material wird nach alter chinesischer Handwerks-Tradition in einem mehrjährigen Prozess bis zu 40 Mal auf natürliche Weise gefärbt. Den Begriff Teeseide hat sie geschaffen, weil die Seide früher mit Tee gewaschen wurde. Der chinesische Name für Teeseide ist "xiang yun sha", was "duftendes Wolkengewebe" bedeutet. In traditioneller Methode wird sie seit der Ming-Dynastie (1368-1644) in Guangdong hergestellt.

Teeseide hat in den vergangenen Jahren in China an Popularität gewonnen. "Ursprünglich lehnten chinesische Kunden Teeseide ab. Bis zur Kulturrevolution trugen Großgrundbesitzer Kleidung aus Teeseide, daran wollten sie nicht erinnert werden. Heute sind meine Kunden stolz auf ihre Tradition". Rechenbergs Design ist zeitlos elegant, oft mit erkennbarem asiatischem Einfluss. Die Schneidermeisterin arbeitete nach ihrer Ausbildung an der École de La Chambre Syndicale de la Couture Parisienne vier Jahre lang in Haute Couture-Häusern wie Jean-Louis Scherrer, Emanuelle Khan, Christian Dior, Christian Lacroix und Chanel in Paris, bevor sie sich im Jahr 2000 mit Hilfe ihres chinesischen Mannes in Beijing selbständig machte.

Unser besonderer Dank für diesen interessanten Abend gilt Anne-Marie de Jonghe, Benedikt Fronz, Hoteldirektor THE CHARLES für die Bewirtung sowie den Models für die Vorführung der Modelle.