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„Demokratie braucht Rückgrat“ – Demonstration für die Demokratie

Vor dreißig Jahren erlangten wir gemeinsam die Einheit in Freiheit. Voraussetzung dafür war die Friedliche Revolution des Herbstes 1989, an der auch viele Menschen hier bei uns in Dresden entscheidenden Anteil hatten.

Wir sind stolz darauf, dass es uns nach einem Jahrhundert des Krieges und der Unfreiheit gelungen ist, auf friedlichem und demokratischem Wege unseren Platz in der Mitte Europas zu finden. Dies war für viele mit gewaltigen Veränderungen verbunden. Nicht alle Träume des Herbstes 1989 gingen in Erfüllung. Dies führte bei manchen zu Enttäuschung und Frust, zur Abkehr von Demokratie und Pluralismus. Dennoch können persönliche Enttäuschungen und weiterhin offene gesellschaftliche Herausforderungen kein Anlass für antidemokratische, menschenfeindliche und rechtsextreme Taten und Gewalt sein. Insbesondere PEGIDA hat mit der zunehmenden Radikalisierung zum Rechtsextremismus Schaden an der politischen Kultur, den Einstellungen zu Demokratie und Rechtsstaat und dem friedlichen Miteinander unserer Stadt verursacht.

Am 25. Oktober jährt sich die Gründung von PEGIDA zum sechsten Mal. Seit ihrem Bestehen verwandeln ihre Organisatoren Unsicherheit und Angst zu Hass und Verachtung. Dies wird niemals ein Fundament für die Zukunft sein. Wir übernehmen als Bürgerinnen und Bürger Verantwortung für unsere Stadt und ein respektvolles Miteinander. Wir sind als Bürgen des Grundgesetzes angehalten, sein Versprechen von Würde und Freiheit mit Leben zu füllen. Die Unverletzlichkeit des Gegenübers ist eine Pflicht voreinander und füreinander. Es verbindet uns im Bewusstsein um unsere Vergangenheit für eine bessere Zukunft. Aus diesem Grund versammelten sich am Sonntag, den 25. Oktober 2020 ab 13.30 Uhr der CDU-Kreisverband Dresden, der FDP-Kreisverband Dresden, die Sächsische Bibliotheksgesellschaft – SäBiG und mehr als 1000 Bürger und Bürgerinnen um gemeinsam unter dem Motto „Demokratie braucht Rückgrat“ auf dem Dresdner Altmarkt zu demonstrieren.

Cornelia H. Jahnel, Landesverbandsvorsitzende des LV Sachsen/Sachsen-Anhalt, fand in ihrer Rede treffende Worte. Hier deshalb ein kleiner Auszug aus der Rede, in welcher Cornelia H. Jahnel insbesondere auf die Themen Familie, weibliches Unternehmertum sowie Weltoffenheit und Internationalität zu sprechen kam:

„Familie – Demokratie beginnt in dieser kleinen Einheit und Keimzelle. Je nachdem, wie wir unseren Kindern Demokratie vermitteln und vorleben, so werden unsere Kinder diese Glaubenssätze und Gedanken in Teilen weitertragen.

Leben wir eine politische Ignoranz vor, können wir nicht von der nächsten Generation erwarten, dass diese sich politisch engagiert.

Weibliches Unternehmertum

– seit 8 Jahren bin ich unternehmerisch selbständig und habe die Höhen und Tiefen, die das Unternehmertum mit sich bringt erfahren können. Ich bin eine Unternehmerin aus Leidenschaft und engagiere mich aktiv im Verband deutscher Unternehmerinnen.

Dieses bundesweite und international aktive Netzwerk vertritt die politischen Belange von ca. 1.800 Unternehmerinnen, die mit 500.000 Beschäftigten ca. 85 Mrd. Jahresumsätze in Industrie, Handel, Handwerk und Dienstleistung erwirtschaften. Das klingt viel und trotzdem ist es nur ein Bruchteil am Gesamtvolumen unserer Marktwirtschaft, da es immer noch keine Selbstverständlichkeit ist, als Frau Unternehmerin zu sein. Und das obwohl wir 50% der Bevölkerung ausmachen.

Und hier braucht es auch die Frauen und Menschen als Unternehmer*innen aus anderen Kulturen, die zur Vielfalt und zum Erfolg beitragen und das Althergebrachte neu interpretieren und inspirieren. Dafür benötigt es aber einen sicheren Hafen, eine neue Heimat. Deshalb wollen wir auch hier in Sachsen mit Rollenvorbildern Mut zum weiblichen Unternehmertum machen.

Ich sehe es als meine AUFGABE an, in meinen Netzwerken das Bild von Dresden in das Licht zu rücken, das Dresden verdient hat. Wir schaffen das nur, wenn wir mit Vorbildern und Taten die Medien begeistern können.

Das bringt mich zum dritten Punkt der Internationalität.

Sprechen hilft, Schweigen schadet - diese Worte haben sich mir aus dem Radiofeature „Mein Dresden – Heimat tut weh“ der jungen Anh Tran – einer Dresdnerin mit vietnamesischen Wurzeln eingeprägt. Sie hat zu Recht den Deutschen Radiopreis dafür erhalten. Ich kann Sie nur einladen, den Beitrag in der Mediathek z.B. im Deutschlandfunk nachzuhören. Sie hat eben nicht weggesehen und sich in die große schweigende Masse begeben, sie hat ihre Freunde und Familie zur Rede gestellt, wollte herausfinden was man tun kann, um dieser Ignoranz in unserer Dresdner Gesellschaft zu begegnen.

Es ist mir ein Bedürfnis, dass sich meine internationalen Freunde hier in Dresden wohl fühlen. Viele junge Familien kommen hierher und genießen die Vorzüge dieser Stadt, um Kinder geborgen aufwachsen zu lassen.“