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Brief der VdU-Präsidentin zum Krieg in der Ukraine

Verehrte Unternehmerinnen, liebe Mitglieder und Interessentinnen des VdU, während ich diese Zeilen schreibe, geschehen unweit von hier Dinge, die wir alle nicht für möglich gehalten haben. Die Gewissheit, im friedlichsten Europa aller Zeiten zu leben, ist seit vergangenen Donnerstag Geschichte.

Für uns alle unfassbar ist eingetreten, was die überwiegende Mehrzahl nur noch aus Geschichtsbüchern und Erzählungen älterer Menschen kennt: es herrscht Krieg inmitten von Europa. Die Ereignisse überschlagen sich in einer unglaublichen Geschwindigkeit und machen es fast unmöglich, planvoll und mit angemessener Sachlichkeit darauf zu reagieren.

Wir alle – so nehme ich an – durchleben ein Wechselbad der Gefühle. Auf der einen Seite waren und sind wir uns stets unserer besonderen Verantwortung für den Frieden auf dem Kontinent bewusst gewesen. Auf der anderen Seite ist es kaum auszuhalten, auf den völkerrechtswidrigen Einmarsch in europäisches Land nicht mit dem Wunsch nach Unterstützung für genau dieses Land zu reagieren. Ich selbst bin zwar überzeugte Pazifistin, aber ein Nicht-Reagieren, eine Nicht-Positionierung hätte sich schlicht falsch und unmenschlich angefühlt.

Ich bin froh darüber, dass unsere Bundesregierung ihre zunächst zögerliche und abwägende Haltung aufgegeben hat und sich klar zu Solidarität und Unterstützung der Ukraine bekennt, auch wenn ich große Sorgen vor weiteren Eskalationen und einer nun möglicherweise beginnenden Aufrüstung habe. Aber: alles andere hätte sich schlicht falsch angefühlt.

Liebe Unternehmerinnen, wie bei allen Krisen der letzten Jahre nehmen wir eine große Welle der Hilfsbereitschaft wahr. Viele von Ihnen sind engagiert und wollen im Angesicht der in der Ukraine stattfindenden Katastrophe helfen. Das zeichnet – wie ich finde – uns alle aus, dass wir als Unternehmerinnen nicht tatenlos zusehen, sondern uns einbringen, einmischen und unterstützen wollen.

Dieses Bedürfnis unserer Mitglieder wollen wir gern vollumfänglich unterstützen. Wir wissen, dass es in fast allen Städten und Gemeinden in Deutschland mittlerweile Initiativen gibt, die Gelder und Sachmittel sammeln, Hilfstransporte organisieren und freien Wohnraum zur Verfügung stellen für jene, die seit dem Wochenende dem Krieg entkommen konnten und nun bei uns Zuflucht suchen.

Wir halten es für sehr sinnvoll, diese lokalen und regionalen Initiativen zu unterstützen, sie sind durch ihre spontanen und ehrenamtlichen Strukturen sehr beweglich und effektiv.
Wenn Sie in Ihren Landesverbänden von solchen Initiativen Kenntnis haben, schreiben Sie uns, wir werden die Mitglieder der Landesverbände auf diese Initiativen hinweisen, damit die Hilfen möglichst unbürokratisch und effektiv gebündelt werden können.

Liebe Unternehmerinnen, erlauben Sie mir bitte noch eine letzte Anmerkung zu unserem Verband: Ich bin sehr froh darüber, dass wir die Arbeit des VdU in den letzten Jahren stark professionalisiert haben. Unsere Geschäftsstelle leistet Großartiges, dafür gebührt allen Mitarbeiterinnen unser Dank. Wir sind insbesondere dadurch für die politischen Akteure zu einem wichtigen und verlässlichen Partner geworden, der an Konsultationen zu den drängenden Themen beteiligt wird. In Kürze wird es einen Austausch geben zwischen dem Auswärtigen Amt, dem Bundeswirtschaftsministerium und der Wirtschaft, zu dem wir eingeladen sind, um unsere Expertise einzubringen im Zusammenhang mit dem Krieg und den Auswirkungen auf unsere Unternehmen. Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen betroffen sind, teilen Sie bitte Ihre Erfahrungen und Einschätzungen mit mir.

Herzlichst
Ihre Jasmin Arbabian-Vogel

28. Februar 2022

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SPENDEN

Gerne möchten wir in diesem Zuge auch auf das gemeinsame Spendenkonto der bundeweiten Organisationen „Bündnis Entwicklung Hilft“ und „Aktion Deutschland Hilft“ verweisen. Der Zusammenschluss umfasst zahlreiche Hilfsorganisationen wie „Brot für die Welt“, „Misereor“, „Oxfam“, „AWO International“ und „CARE Deutschland“. Spenden können an folgendes Konto überwiesen werden:

IBAN: DE53 200 400 600 200 400 600
Stichwort: ARD/ Nothilfe Ukraine

https://www.tagesschau.de/spendenkonten/spendenkonten-133.html

Sachspenden sollten insbesondere vor Ort und nur dann geleistet werden, wenn Hilfsorganisationen und Initiativen konkret danach fragen. Informieren Sie sich am besten untereinander in Ihrem Landesverband oder in Ihrer Kommune.

UNTERKÜNFTE

Zudem haben sich die Organisationen Elinor, Ecosia, GLS Bank, gut.org, nebenan.de und der Verstehbahnhof zusammengeschlossen und eine Plattform zur Vermittlung von Unterkünften bereitgestellt. Hier können Sie praktische Hilfe leisten, indem Sie Übernachtungsplätze für Menschen aus der Ukraine anbieten.

https://www.unterkunft-ukraine.de

ARBEITSPLÄTZE

Auf dem Portal Jobaid für die Ukraine können Sie Arbeitsplätze in Ihren Unternehmen für Geflüchtete anbieten. Und damit eine Perspektive für viele schaffen.

https://www.jobaidukraine.com/

SANKTIONEN

Sollten Sie Fragen zu den Wirtschafts- und Finanz-Sanktionen gegen Russland haben, verweisen wir Sie auf die FAQ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz oder Ihre jeweiligen Branchenverbände. Zentrale Auskunftstelle zu allen Exportbeschränkungen ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), das eine Hotline eingerichtet hat: 06196 9081237.

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/FAQ/Sanktionen-Russland/faq-russland-sanktionen.html