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30 Jahre Mauerfall

30 Jahre sind inzwischen vergangen, seit Günter Schabowski, seinerzeit Erster Sekretär der Bezirksleitung der SED von Ost-Berlin, in einer Pressekonferenz auf die Frage eines Journalisten, ab wann die Übergangsregelungen für Privatreisen gelten würde fast stotternd die Worte "Sofort, unverzüglich" sagte.

Diese Worte veränderten nicht nur Berlin und Deutschland, sie veränderten unser aller Leben. Es war der 9. November 1989. Walter Momper war vom März 1989 bis November 10990 Regierender Bürgermeister von Berlin. Es waren zwar nur 22 Monate, diese aber waren die wohl bedeutendsten, jedenfalls aber die bewegendsten Monate in der jüngeren deutschen Geschichte.

Eindrucksvoll schilderte Walter Momper die Hintergründe dieser Geschehnisse, das Zusammenspiel der parallelen Ereignisse und Entwicklungen: die friedlichen Montagsdemonstrationen in Leipzig, die Entscheidung der Ungarischen Regierung, die DDR-Bürger nicht zurück zu schicken, die zunehmend desolate wirtschaftliche Situation der DDR und die daraus resultierende Verletzlichkeit des Systems, die Perestroika- und Glasnost-Politik unter Gorbatschow u.v.m. Uns allen wurde sehr schnell klar, wir hatten mit Herrn Momper einen Mann – vielleicht sogar den Mann - vor uns stehen, der die Geschichte aktiv mitgestaltet hatte. Faktisch allein, die Bundespolitik in Bonn war weit weg und die Kommunikationswege ohne Handy langsam und behäbig, griff er die Gelegenheit am Schopfe mit dem festen Willen, diese einmalige Chance nicht vorbeiziehen zu lassen.

Nicht bedeutungsschwer, vielmehr amüsant, lebendig und leicht waren die Schilderungen seines Handelns und seiner Entscheidungen. Herr Momper gewährte uns Einblick in die politischen Befindlichkeiten und ganz persönlichen Gedanken und Emotionen flankiert von ganz persönlichen und teils sehr bewegenden Schilderungen anwesender Damen aus ihrem eigenen Leben. Ein ganz besonderer Abend zu einem ganz besonderen Anlass.

Text: Salka Schwarz; Fotos: Ines Huber