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Equal Pay erreichen

Gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am Wirtschaftsleben – das ist das Kernziel des VdU. Seit seiner Gründung vor über sechzig Jahren setzt sich der VdU für die Interessen unternehmerisch tätiger Frauen ein und tritt jeglicher Diskriminierung von Frauen in der Arbeitswelt entschieden entgegen.

Als Partnerinnen der Initiative Equal Pay Day wirken die Unternehmerinnen auch an den Bemühungen mit, die nach wie vor bestehende durchschnittliche Lohnlücke zwischen Männern und Frauen zu verringern und das öffentliche Bewusstsein dafür zu schärfen. Wo immer Frauen bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit schlechter bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen, muss ihrem Recht auf geschlechtsneutrale Entlohnung Geltung verschafft werden.

In Beruf, Branche und Position liegen nach allen wissenschaftlichen Untersuchungen die Hauptursachen der Entgeltlücke: Frauen sind nach wie vor in geringerem Umfang erwerbstätig als Männer und dabei häufiger in Niedriglohnbereichen oder im Öffentlichen Dienst, aber seltener in Hochlohnbranchen der deutschen Wirtschaft tätig. Vor allem sind sie in den Führungsetagen der Unternehmen deutlich unterrepräsentiert.

Um die Entgeltdifferenz möglichst schnell und effektiv zu verringern, braucht es aus Sicht der Unternehmerinnen vor allem:

 

  • Mehr Frauen in MINT-Berufen und Hochlohnbranchen: Der Frauenanteil in MINT-Berufen liegt nur bei 14 Prozent. Je nach Branche werden auch für gleiche berufliche Tätigkeiten deutlich höhere Tariflöhne gezahlt.
  • Mehr Frauen in Führungspositionen: Der Frauenanteil in Vorständen der 160 DAX-Unternehmen liegt bei nicht einmal sechs Prozent; nur jedes fünfte Unternehmen im Mittelstand ist frauengeführt.
  • Bessere Vereinbarkeit: Kürzere Unterbrechungszeiten und mehr vollzeitnahe Tätigkeit von Frauen harmonisieren die Erwerbsbiografien und bieten bessere Aufstiegs- und Karrierechancen. Voraussetzung ist dafür auch die partnerschaftliche Verteilung der Familienarbeit.

Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts könnte die durchschnittliche Entgeltlücke dadurch bis auf wenige Prozent sinken.

Die von der Bundesregierung geplanten gesetzlichen Regelungen für mehr Entgeltgleichheit scheinen dagegen weniger geeignet zur Erreichung dieses Zieles. Die geplante Einführung gesetzlicher Entgeltüberprüfungs- und Berichtspflichten für Unternehmen ab 500 Beschäftigten sowie einer individuellen Entgelt-Auskunftspflicht für alle Unternehmen ändert keine der oben genannten Faktoren und kann insofern selbst bei umfassender Transparenz nur geringe Auswirkungen auf die durchschnittliche Entgeltdifferenz haben.

Es bliebe nur eine weitere bürokratische Mehrbelastung der Unternehmen, die dem erklärten Ziel der Bundesregierung nach spürbarem Bürokratieabbau zuwiderläuft.

Personalverantwortliche in den Unternehmen ebenso wie die Tarifpartner sind selbstverständlich gehalten, Entgeltstrukturen und Bewertungskriterien für berufliche Tätigkeiten laufend auf ihre Sachgerechtigkeit zu überprüfen und eine geschlechterneutrale Entlohnung sicherzustellen. Das gilt auch für die angestrebte Aufwertung bestimmter mehrheitlich von Frauen gewählter Berufsfelder im Pflege- und Erziehungswesen.

Die individuell oder tariflich vereinbarte Entgelthöhe in unserer Wirtschaftsordnung wird jedoch wesentlich durch den Markt bestimmt und kann je nach Branchenentwicklung, Produktivität und Fachkräftenachfrage auch in gleichen Berufen unterschiedlich sein.  

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