Überregional Pressemeldung

Stellungnahme: Unsere Haltung zur AfD. Wir sind die Brandmauer.

Demokratie, Freiheit, Menschenrechte, die Gleichstellung von Männern und Frauen und ein starkes, geeintes Europa sind für den Verband der Unternehmerinnen (VdU) unverhandelbar. Wir setzen uns für eine offene, vielfältige Gesellschaft und einen zukunftsfesten Wirtschaftsstandort Deutschland ein. Daran arbeiten unsere Mitglieder ehrenamtlich täglich und unermüdlich. Zu dieser Haltung gehört eindeutig: Für die AfD ist in unserem Verband kein Platz. Ihre wirtschafts- und gleichstellungspolitischen Positionen schaden unserem Standort und stehen im Widerspruch zu unserem Verständnis von unternehmerischer Verantwortung.

WAS IST PASSIERT?

Am 25. November 2025 erschien bei DER SPIEGEL ein Artikel mit dem Titel „Auch Verband der Unternehmerinnen pflegt Kontakt zur AfD“. Diese effektheischende Überschrift vermittelt einen falschen Eindruck und spiegelt den tatsächlichen Inhalt des Artikels nicht wider.

Im Text selbst, der jedoch hinter einer Bezahlschranke steht und deswegen den wenigsten Leser*innen zugänglich ist, wird deutlich, dass der im Titel suggerierte Zusammenhang nicht besteht. In einigen Fällen wurde der Titel ohne Einordnung weiterverbreitet. Nach unserer Rücksprache wurden diese Darstellungen jedoch schnell korrigiert.

DER SPIEGEL hat die Überschrift inzwischen geändert. Der Titel vermittelt nach wie vor ein verzerrtes Bild.

WORUM ES IM ARTIKEL TATSÄCHLICH GEHT

Am 18. November 2025 fand im LAPP Forum in Stuttgart eine Veranstaltung der Verbände Die FAMILIENUNTERNEHMER und DIE JUNGEN UNTERNEHMER statt, zu der der VdU-Landesverband Württemberg als Kooperationspartner eingeladen war. 

Für dieses Format wurde sich für eine inhaltliche Auseinandersetzung im Sinne einer „Elefantenrunde“ mit allen Spitzenkandidat*innen der im Landtag von Baden-Württemberg vertretenen Parteien entschieden. Der VdU ist gegen die Öffnung zur AfD. Die Realisierung dieses Formats erforderte Kompromisse hinsichtlich der Besetzung der Gesprächspartner seitens des VdU-Landesverbands Württemberg. Dadurch nahm auch ein Kandidat der AfD an der Diskussion teil. Für den VdU-Landesverband Württemberg war dies ein einmaliges Format, das in dieser Form nicht wiederholt wird. 

Der Bundesvorstand und die Geschäftsstelle des Verbands der Unternehmerinnen haben dem VdU-Landesverband Württemberg im Vorfeld von dieser Kooperationsveranstaltung deutlich abgeraten und distanzieren sich ausdrücklich. 

Vor der Veröffentlichung des Artikels erhielt die SPIEGEL-Autorin ein eindeutiges schriftliches Statement der Vorsitzenden des Landeserverbands Württemberg, Iris Rosenbauer und Amela Turkmanovic. Dieses Statement machte unmissverständlich deutlich:

„Das Gesellschafts- und Frauenbild der AfD steht im Widerspruch zu unserem Verständnis von unternehmerischer Verantwortung, Gleichstellung und Vielfalt. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schließen wir daher ausdrücklich aus und pflegen auch keinen Austausch mit ihren Vertreter*innen. […] Die Strategie der AfD zielt erkennbar darauf ab, zu spalten, statt Verantwortung für unsere Gesellschaft zu übernehmen. Sie beschränkt sich darauf, lautstark anzuprangern, ohne tragfähige oder realistische Lösungen vorzulegen. Die Debatte am 18. November hat aus unserer Sicht erneut genau das gezeigt: Die AfD setzt auf Kritik und Spaltung, ohne tragfähige Konzepte für die Herausforderungen unseres Landes vorzulegen.“

UNSERE HALTUNG ZUR AfD

Dieses einmalige Format des Landesverbands Württemberg zur Landtagswahl bedeutet keine Öffnung gegenüber der AfD, ungeachtet dessen, was behauptet wird. Der Bundesvorstand, die Geschäftsstelle sowie der Landesverband Württemberg des VdU stehen eindeutig zu der Haltung, keinerlei Zusammenarbeit oder Austausch mit der AfD zuzulassen. 

Der VdU ist laut Satzung parteipolitisch unabhängig, aber nie neutral gegenüber Angriffen auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Wir positionieren uns klar gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus. Denn parteipolitisch unabhängig bedeutet nicht neutral und schon gar nicht egal. 

UNSERE MITGLIEDER TRAGEN DIESE HALTUNG 

Eine Umfrage unter den Unternehmerinnen im Vorfeld der Bundestagswahl 2025 zeigt, dass 98 Prozent eine starke demokratische Mitte wichtig oder sehr wichtig finden. Auch die Wahl- und Regierungspräferenzen spiegeln das wider. Die AfD spielt für unsere Unternehmerinnen keine Rolle. 

Für uns gilt: Der VdU ist zu keinen Gesprächen mit Vertreter*innen der AfD bereit, wir pflegen keine Kontakte und schließen eine Zusammenarbeit ausdrücklich aus.Selbsterklärend wäre das für unseren Verband weder sinnvoll noch gewinnbringend. Es gibt keine Schnittmengen mit den Positionen der AfD und unsere Werte unterscheiden sich grundlegend. 

Wir bleiben standhaft. Wir sind die Brandmauer.

Die Stellungnahme hier downloaden.

Über den VdU

Der Verband der Unternehmerinnen in Deutschland e. V. (VdU) vertritt seit 1954 als Wirtschaftsverband branchenübergreifend die Interessen von Unternehmerinnen in Politik und Gesellschaft. In besonderem Maße zeichnet uns die Verbindung von unternehmerischer Interessenvertretung und gleichstellungspolitischer Lobby aus. Wir setzen uns ein für verlässliche und zeitgemäße politische Rahmenbedingungen für Unternehmen, die Stärkung weiblichen Unternehmertums, die Förderung von Frauen in Führungspositionen und für bessere Bedingungen für Frauen in der Wirtschaft. Wir vertreten die politischen Belange von rund 1,2 Millionen selbstständigen Frauen aller Branchen und Unternehmensgrößen.