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"Stärkere Präsenz von Frauen in Aufsichtsgremien" - Hintergründe

Seit der Verbandsgründung im Jahr 1954 setzt sich der Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) für eine stärkere Präsenz von Frauen in den Aufsichtsgremien deutscher Unternehmen und Institutionen ein.
Zu den Verbandszielen des VdU gehört es, auf hochqualifizierte Frauen aufmerksam zu machen, sie untereinander zu vernetzen und den wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Diskurs zu dem Thema „Frauen in Führungsfunktionen“ mitzugestalten.  

Zahlreiche VdU-Mitglieder wurden in den vergangenen Jahren in Aufsichtsgremien berufen –Tendenz steigend. Diese positiven Entwicklungen können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Frauen in Aufsichtsgremien deutscher Unternehmen und Institutionen  noch immer erheblich unterrepräsentiert sind. Obwohl Frauen heute über hervorragende Ausbildungsabschlüsse verfügen, sind sie in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft, insbesondere in Vorständen und Aufsichtsgremien, noch viel zu selten vertreten. Zwar liegt der Anteil an weiblichen Führungskräften in der Privatwirtschaft in Deutschland im Durchschnitt bei mittlerweile 30,8 Prozent, Untersuchungen von 160 Aktiengesellschaften der wichtigsten deutschen Börsenindizes in Deutschland dokumentieren aber ihren geringen Anteil in Aufsichtsgremien. Würde nicht die Arbeitnehmerseite regelmäßig Frauen für die Aufsichtsräte nominieren, wäre die derzeitige Quote von 9,4 Prozent noch wesentlich geringer. Denn auf der Kapitalseite sind Frauen gerade einmal zu 3,8 Prozent vertreten. Der Anteil von Frauen in Vorständen ist noch mal deutlich schlechter als die Präsenz in Aufsichtsgremien. Gerade vor dem Hintergrund der hervorragenden Qualifikation ist es nicht akzeptabel, dass nur in 2,5 Prozent der deutschen Vorstände eine Frau vertreten ist.  

Diese Sachverhalte belegen, dass die so genannte „gläserne Decke“ in die Vorstandsetagen der Wirtschaft trotz zahlreicher Bemühungen und Initiativen noch viel zu selten durchbrochen wird und das bisherige politische Engagement in diesem Bereich nicht zielführend ist.

Bereits 2008 hat sich der Bundesvorstand des VdU als erster Wirtschaftsverband in Deutschland dazu entschieden, von der Politik die Einführung einer Quote von 40 Prozent zur Verbesserung der Situation von Frauen in Aufsichtsgremien zu fordern. Denn freiwillige Selbstverpflichtungen alleine werden die Präsenz von Frauen in Aufsichtsgremien in absehbarer Zeit nicht verbessern. Eine neue Studie von Sinus Sociovision zeigt, dass sowohl männliche als auch weibliche Führungspersonen zwar die stärkere Beteiligung von Frauen in Aufsichtsräten mehrheitlich begrüßen, dieses Bekenntnis alleine führt aber nicht automatisch auch zur Berufung qualifizierter Frauen in diese Gremien. Fest verankerte Mentalitätsmuster und Rollenbilder sind die eigentlichen „Hüter“ der gläsernen Decke, konstatiert Dr. Carsten Wippermann, Autor der Sinus Studie. Viel zu häufig würde diskutiert, was alles gegen Frauen in Führungspositionen spricht. Um die „gläserne Decke“ zu durchbrechen und den Paradigmenwechsel herbeizuführen muss aber hervorgehoben werden, was in wirtschaftlicher, sozialer und (unternehmens-)kultureller Hinsicht für Frauen in Aufsichtsgremien und Führungspositionen spricht. Dieses Umdenken kann sich nur in einem längeren Prozess vollziehen.

Die deutsche Wirtschaft kann aber nicht weiter auf qualifizierte Frauen verzichten, daher muss aus Sicht des Verbands deutscher Unternehmerinnen der Umdenkungsprozess für einen gewissen Zeitraum durch gesetzliche Maßnahmen flankiert werden.

"Stärkere Präsenz von Frauen in Aufsichtsgremien"

 

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